H2-Atemtests

„Wenn alles gut ausschaut, funktioniert´s denn auch richtig?“

Wenn alle Untersuchungen ergeben haben, dass sich alles „am rechten Fleck“ befindet, müssen gegebenenfalls so genannte Funktionstests zur weiteren Beurteilung herangezogen werden. Hierzu eignen sich in hohem Maße Atemteste, die verschiedene Enzymaktivitäten durch Messungen in der Ausatemluft darstellen können. Hierzu werden entsprechende Substanzen verabreicht.

Der Atemtest mit Laktose (Milchzucker) wird bei Verdacht auf oder zum Ausschluss einer Laktose-Intoleranz bei unklaren Durchfällen und meteoristischen Beschwerden durchgeführt. Eine Laktoseintoleranz ist überaus häufig. Der Atemtest ist einer molekulargenetischen Diagnostik überlegen.

Der Atemtest mit Fruktose (Fruchtzucker) wird bei Verdacht auf oder zum Ausschluss einer Fruchtzuckerunverträglichkeit bei abdominellen Beschwerden, Durchfall und Blähungen nach Frucht- oder Fruchtsaftgenuss durchgeführt.

Der Atemtest mit Glukose (Traubenzucker) wird bei Verdacht auf eine bakterielle Fehlbesiedlung des Dünndarmes, z.B. bei Divertikeln des Dünndarms, und nach bestimmten Operationen durchgeführt.

Mit dem Atemtest mit Laktulose (Quellzucker) kann eine Messung der Passagezeit durch den Dünndarm bei unklaren Durchfällen erfolgen.

Prinzipiell sind andere Testsubstanzen, wie zum Beispiel Sorbit, Saccharose und D-Xylose ebenfalls möglich.

Da die genannten Zucker erst an den Ort ihrer enzymatischen Spaltung und potenziellen Resorption im Dünndarm gelangen müssen, beträgt der zeitliche Aufwand für jeden Test ca. zwei bis drei Stunden, so dass Sie sich vielleicht ein Buch mitbringen möchten.

Folgende Voraussetzungen müssen erfüllt sein, damit die Testergebnisse gut auswertbar sind:

Sie müssen vor dem Test 12 Stunden nüchtern sein. 6 Stunden vorher dürfen Sie nicht mehr rauchen. Die letzte Antibiotikaeinnahme sollte mindestens 6 Tage zurückliegen. Das Zähneputzen am Morgen der Untersuchung sollte besonders gründlich sein.
 
In den Tagen vor der Untersuchung sollten blähende oder schwere Gerichte, ebenso wie ballaststoffreiche Kost, wie z.B. Vollkornbrot, Vollkornnudeln, Kartoffeln, Rohkost und Salat sowie Milchprodukte gemieden werden. Eine ideale Mahlzeit am Abend vor der Untersuchung könnte aus Fisch oder Fleisch mit Reis bestehen.
 
Drei Tage vor dem Test dürfen keine Abführmittel mehr genommen werden. Darunter fallen auch Füll- und Quellstoffe, wie z.B. Flohsamenschalen, Leinsamen oder Weizenkleie.
 
Gerne stehen wir Ihnen für Rückfragen zur Verfügung.

Laktoseintoleranz im TV:
Sehen Sie einen Beitrag zum Thema (Januar 2014 / vigo TV – Das Gesundheitsmagazin der AOK Rheinland/Hamburg / center.tv) mit Unterstützung durch unsere Praxis.